Video: Communitarianism: an analysis of local self-organization in context of weak statehood. By Anna Paula de Moraes Bennech & Matheus Jones Zago

The workshop “Communitarianism: an analysis of local self-organization in context of weak statehood” will debate local self–regulation in different countries, regimes and historical periods. The aim is to analyze the relationship between national and local state regulation and the self–regulatory capacity of local communities.

The main goal is to promote and encourage different research approaches and understanding about the concepts of weak statehood. In this sense, local self–regulation may provide a glance on new solutions to the drawbacks of individualism. Researchers and students from diverse areas of study are welcome, considering that interdisciplinarity is a strong asset to build creative, effective and new solutions.


Despite today’s widespread mobility and the possibilities of digital networking, human existence is still predominantly spatially situated. Wherever people share their living and living space, they create rules for living together. Even though individualism has apparently increased in the last decades as a social phenomenon, the individual experiences still substantially happen at one’s regular place of residence. Therefore, not only locality but also community matter.

Usually weak statehood occurs where the rule of a state does not threaten to collapse and is fundamentally stable, but it still cannot fulfill all the tasks that would follow its Western pattern. His assertiveness is restricted to a few areas, policies and social groups. The connection between space and community makes local the genuine place of collective self-organization, it is the place where the most independent regulations and regulatory patterns emerge. Hence, local self–organization forms a functional basicity of statehood and at the same time interacts with the forms of this statehood at higher levels.

The workshop aims to identify, describe and debate local self–regulation in different countries, regimes and historical periods. The goal is to analyze the relationship between national and local state regulation and the self–regulatory capacity of local communities. This analysis helps us to understand urban and municipal administration and other civil society forms of self–regulation. Furthermore, how local self–organization influences and is influenced by its interactions with the state level.

Methodologically, institutional theory and the governance approach allow the categorization of various forms of self–organization and the complementary analysis of formal and informal patterns. Historical institutionalism draws attention to the importance of power constellations for the formation and change of institutions – understood not only as state institutions but also as binding rules and social behavioral orientations. Sociological institutionalism has a broad understanding of institutions, that are not only irrevocable rules but also organizations, cultural patterns, symbols and cognitive frames. Both theoretical variants enable a systematically investigation of the characteristics and dynamics of social, economic and political regulatory patterns which constitute themselves informally.

Hereby, a research that allows a different approach and understanding about the concepts of weak statehood, its discoveries and local self–regulation may provide a glance on new solutions to the drawbacks of individualism. Researchers and students from diverse areas of study are welcome, considering that interdisciplinarity is a strong asset to build creative, effective and new solutions.

Video: Messung subtiler Diskriminierung – Ein Data Mining Ansatz zur Klassifikation von Textdaten. Von Pamina Noack

Minderheiten können sowohl offen als auch verdeckt diskriminiert werden. Gerade diese subtile Diskriminierung ist häufig kaum oder nur schwer messbar. Ich zeige Ansätze der subjektiven Messung und Text Mining Möglichkeiten, welche helfen können subtile Diskriminierung zu untersuchen.


Ethnische Diskriminierung ist eine große Herausforderung für die Integration von Migranten in Gesellschaften. Experimente sind ein Werkzeug in den Sozialwissenschaften um das Ausmaß an Diskriminierung zu messen. Die Messung kann einen großen Einfluss auf die Qualität der Ergebnisse nehmen. Im Bereich der Diskriminierung werden meist Correspondence Tests verwendet, welche eine objektive Messung der Rückmeldung von Arbeitgeber o.ä. nutzen. Da Diskriminierung jedoch immer mehr verdeckt stattfindet, deckt eine objektive Messung vermutlich nicht das ganze Ausmaß des Problems ab. Eine subjektive Messung kann hier helfen, subtile Diskriminierung zu messen, jedoch ist die Durchführung dieser Messungen häufig zeit- und kostenintensiv. Machine learning tools können eine große Hilfe bei diesen Messungen sein.

Ich benutze Daten aus einem Experiment (Schmaus & Kristen forthcoming), bei welchen Schauspieler bei Arbeitgeber*innen mit offenen Arbeitsstellen anrufen. Dabei werden drei Rollen benutzt: Typ 1 verwendet einen deutschen Namen und keinen Akzent, Typ 2 verwendet einen türkischen Namen und keinen Akzent und Typ 3 verwendet einen türkischen Namen und einen türkischen Akzent. Während des Gesprächs fragt die anrufende Person, ob die Stelle noch zu vergeben sei. In der traditionellen Messung wird die Rückmeldung auf diese Frage (negativ/positiv) verwendet. Mit Hilfe von mehreren Codern klassifiziere ich die Gespräche jedoch zusätzlich subjektiv. So hat man sowohl eine objektive, als auch eine subjektive Messung.

Mit diesen Messungen kann bestimmt werden, ob der Unterschied zwischen deutschen und türkischen Anrufer*innen bei der subjektiven Messung größer ausfällt, als bei der objektiven Messung. Dies würde auf subtile Diskriminierung hindeuten. Allgemein ist der Unterschied der beiden Messungen von Interesse. In den Daten zeigt sich, dass in 12% der Fälle eine Abweichung von objektiver und subjektiver Messung auftaucht. Das zeigt, dass es sinnvoll sein kann, eine subjektive Messung vorzunehmen.

Im nächsten Schritt interessiert mich, ob ein Algorithmus die subtilen Botschaften in der Sprache der Arbeitgeber*innen erkennen kann. Hierfür trainiere ich zunächst eine naïve Bayes Klassifikation mit einem Teil der Textdaten. Ein zweiter Ansatz basiert auf einem neuronalen Netz. Es zeigt sich, dass die Algorithmen in der Lage sind einen großen Teil der Daten zu klassifizieren. Dies könnte bei einer subtilen Messung Zeit und Aufwand sparen

Literatur

  • Schmaus, M. & C. Kristen, forthcoming: Foreign accents and the labor market prospects of immigrants– (why) do speech cues matter in hiring decisions?

Video: Alexa, Bedrohung der Lebenswelt? Von Niklas Strüver

„Der menschenwürdige Sinn des Computers wäre es, das Denken der Lebendigen so sehr zu entlasten, daß es Freiheit gewinnt“

Adorno 1995: 599f.
Anmerkungen zum philosophischen Denken, 1955

Dieser Beitrag soll aufzeigen, wie intelligente Sprachassistenten einen Einfluss auf das soziale Leben nehmen können. Verschiedenste alltägliche Bereiche bergen unterschiedliche Eigenlogiken und demnach mögliche Reibungspunkte mit der Technik. Diese Entwicklungen können schlussendlich vor dem Hintergrund der Herstellerfirmen der Geräte betrachtet werden.


Intelligent Personal Assistants (IPAs) wie Amazons Alexa, Apples Siri, Google Home etc. sind in den letzten zwei Jahren stark auf dem Vormarsch und halten (besonders in Amerika, nach und nach jedoch auch in Deutschland) Einzug in mehr Häuser. Mit ihren Kapazitäten einfache Aufgaben schnell zu erledigen stellen sie eine Form von Outsourcing dar, welches die Menschen davon befreien, soll „lästige“ Aufgaben zu erledigen und ihnen mehr Raum für die wichtigen Dinge im Leben geben soll.

Ich möchte argumentieren, dass die eingeschränkten Möglichkeiten der Kommunikation mit den IPAs (wie z.B. der Zwang des Imperativs), das Potential hat die sozialen Gefüge der Gesellschaft zu beeinflussen. Hierzu ist es nötig technischen Gegenständen eine Form von Agency anzuerkennen, die nicht vollständig auf die Handlung von Menschen reduziert werden kann. Hierzu möchte ich eine Kombination aus Akteur–Netzwerk–Theorie und Whites Theorie von Identität und Kontrolle zugrunde legen, aber im Vortrag nur kurz behandeln, da diese Betrachtungsweise nur ermöglichen soll den Einfluss von Technik auf die Gesellschaft zu beschreiben. Die angestrebte Analyse soll sich kritisch mit den Umgangsformen und deren Auswirkungen auseinandersetzen und mit Habermas Konzept von System- und Lebenswelt arbeiten. Es soll gezeigt werden, dass die IPAs zweckrationales Handeln zur Norm machen, obwohl in vielen Alltagssituationen (z.B. Kindeserziehung) ein lebensweltlicher Umgang angebracht wäre. Des Weiteren kann die Frage aufgeworfen werden, ob die Firmen im Silicon Valley für die Regulierung dieser Probleme verantwortlich sein sollten, oder ob hier anderweitiger Handlungsbedarf besteht. Wo sind die Stellen, an denen die Gesellschaft die Kontrolle über ihre Formierung an Firmen abgibt?

Video: Prokrastination. Subjektivierung. Affekt. Prokrastination aus individueller und gesellschaftlicher Perspektive vor dem Hintergrund der Subjektivierung von Arbeit. Von Diana Schieck

Dass nicht auf morgen verschoben werden sollte, was auch heute getan werden könnte, das weiß schon der Volksmund. Diese Mahnung wäre nicht so verbreitet, wenn nicht die Tendenz bestünde, es eben doch zu tun. Diese weitverbreitete menschliche Eigenheit avancierte zum psychologischen Fachbegriff: Prokrastination bezeichnet das unplanmäßige Aufschieben alltäglicher Aufgaben, welches im Übermaß mit einem subjektiven Leidensdruck einhergehen kann.


Als Gegenstand psychologischer Forschung ist Prokrastination ein recht junges Phänomen, das vormals eher in der Ratgeberliteratur behandelt wurde. Die akademische Psychologie nahm sich dem Thema erst in den 1980er Jahren an, wobei vor allem nach dem Zusammenhang mit bestimmten Eigenschaften der Persönlichkeit und der Aufgaben sowie motivationalen Bezügen der Handlungsplanung gefragt wurde.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, eine interdisziplinäre Perspektive zu eröffnen, die zum einen psychoanalytisch–psychodynamische Aspekte (das subjektive Erleben) und zum anderen den gesellschaftlichen Kontext (die gesellschaftliche Bedeutung) von Prokrastination fokussiert. Die themenzentrierten Interviews stammen aus der Studie „Prokrastination. Psychoanalyse und gesellschaftlicher Kontext“, die an der International Psychoanalytic University Berlin von 2017–2018 unter der Leitung von Prof. Christine Kirchhoff durchgeführt wurden.

Die Betrachtung des Phänomens unter psychoanalytischen sowie soziologischen Perspektiven ermöglicht einen erkenntnistheoretisch fundierten Zugang zum Unbewussten der Prokrastination und ihrer latenten Bedeutung innerhalb des Individuums und der Gesellschaft.

Die Erläuterung der psychosozialen Bedeutung schafft schließlich die Verknüpfung von individuellen und gesellschaftlichen Aspekten der Prokrastination in Verbindung mit entgrenzter Erwerbsarbeit.

Video: Die ‚Kurdenkrawalle‘ 1993/1994 und der Erinnerungskonflikt um Halim Dener: Eine wissenssoziologische Diskursanalyse. Von Christian Hinrichs

Im Juli 1994 kam der kurdische Jugendliche Halim Dener, der mit Freunden gemeinsam Plakate für die Nationale Befreiungsfront Kurdistans (ERNK) in der hannoverschen Innenstadt klebte, im Zuge eines Polizeieinsatzes zu Tode. Daraufhin kam es zu einer öffentlichen Auseinandersetzung über die Todesumstände, den kurdisch-türkischen Konflikt an sich, der Verwicklung des deutschen Staates in diesem Konflikt und letztlich der Frage, ob und wie die Erinnerung Halim Dener im kollektiven Gedächtnis der Stadtgesellschaft zu verankert werden kann.


Bereits mit der Anwerbung der ersten Gastarbeiter*innen aus der Türkei (1963) hat sich – lange Zeit von der deutschen Gesellschaft kaum bemerkt – eine kurdische Diaspora in der Bundesrepublik entwickelt. In den 1990er Jahren eskalierte der Konflikt um die kurdische Frage in der Türkei abermals: Das Militär ging besonders gewalttätig gegen die kurdische Bevölkerung im Südosten der Türkei vor. Dieser Konflikt strahlte nach Europa aus und so kam es 1993/1994 zu den sog. Kurdenprotesten in Deutschland, worunter neben Demonstrationen auf der Straße und Besetzungsaktionen von Konsulaten/Botschaften gar Selbstverbrennungen in der Öffentlichkeit, wie im März 1994 in Mannheim. In diesem Zuge verbot die Bundesregierung im November 1993 die Kurdische Arbeiterpartei PKK.

Im Juli 1994 kam der kurdische Jugendliche Halim Dener, der mit Freunden gemeinsam Plakate für die Nationale Befreiungsfront Kurdistans (ERNK) in der hannoverschen Innenstadt plakatierte, im Zuge eines Polizeieinsatzes zu Tode. Daraufhin kam es zu einer öffentlichen Auseinandersetzung über die Todesumstände, den kurdisch-türkischen Konflikt an sich, der Verwicklung des deutschen Staates in diesem Konflikt und letztlich der Frage, ob und wie die Erinnerung Halim Deners in der Stadtgesellschaft zu verankern sei.

Der empirische Kern des Beitrags ist eine vergleichende wissenssoziologische Diskursanalyse der Presseberichterstattung zum Gedenken des, durch einen Polizeieinsatz 1994 in Hannover, zu Tode gekommenen kurdischen Jugendlichen Halim Dener. Dieses Thema stellt eine sozialwissenschaftlich bislang unbearbeitete Facette des türkischkurdischen Diasporakonfliktes in der Bundesrepublik Deutschland dar.

Video: Zwischen teilnehmender Beobachtung und beobachtender Teilnahme in einer lebensweltanalytischen Ethnographie zum Skateboarding. Von Pao Nowodworski.

„Na ja, aber am Ende musste das schon selber herausfinden. Einfach viel versuchen“

Dieser Hinweis eines Skaters, dem ich während meiner Feldforschung begegnet bin, beschreibt genau das, was die ethnographische Feldarbeit einer Lebensweltanalyse beansprucht: die existentielle Involviertheit der Forschenden. Jedoch liegt in dieser Forderung auch eine zentrale Herausforderung der explorativen Ethnographie: die methodischen Grenzen der teilnehmenden Beobachtung und der beobachtenden Teilnahme zu erkunden.


Anknüpfend an meine Masterarbeit zu Aneignungsprozessen durch Körperwissen beim Skateboarding möchte ich die (grenzüberschreitende) Forscherrolle von Ethnographen bzw. Ethnographinnen und die damit einhergehenden (methodischen) Herausforderungen der Feldarbeit anhand meiner Arbeit diskutieren.

Um die Aneignungsprozesse beim Skateboarding zu beleuchten, wurde die Methode der lebensweltanalytischen Ethnographie gewählt. Da sich hierbei der Forscher bzw. die Forscherin selbst in die zu erforschende Lebenswelt begibt und dabei die je typischen Praktiken durchführt und miterlebt, kann ein besonderer erlebnisfokussierter Einblick in das Feld erlangt werden. Jedoch, und hierbei handelt es sich um die besondere Herausforderung dieses Forschungsansatzes, gilt es diese typischen Praktiken und die damit verbundenen subjektiv empfundenen Besonderheiten mit den Typiken des Feldes abzugleichen. Das heißt, dass nicht alles, was der Forscher bzw. die Forscherin im Feld erlebt, zwangsläufig als allgemeingültig gelten kann. Ein ständiges Abtasten der Felddaten (z.B. Gespräche,Interviews, Zeitschriften o.ä.) mit den eigenen erhobenen Erlebnisdaten ist konstitutiv für diesen lebensweltanalytischen Forschungsstil.

Rekurrierend auf die Themensetzung des siebten studentischen Soziologiekongress wird im Vortrag die z.T. grenzüberschreitende Forscherrolle, die in einem ethnographisch angelegten Forschungsansatz Fragen nach der Beziehung zwischen Involviertsein und Außenperspektive aufwirft, behandelt. Exemplarisch soll dieses Spannungsverhältnis anhand der beobachtenden Teilnahme und der teilnehmenden Beobachtung dargelegt werden.

Ersteres fokussiert die Hingabe zum Feld in all seinen Facetten, wobei letzteres die Beobachtung des Feldgeschehens aus einer eher zurückgezogenen Perspektive betont. Jedoch, und vor diesem Dilemma stehen lebensweltanalytische Ethnographen bzw. Ethnographinnen, widersprechen sich Beobachtung und Teilnahme gegenseitig. Wie kann beispielsweise während einer komplizierten Durchführung eines skatespezifischen Tricks eine präzise Beobachtung des Forschers bzw. der Forscherin durchgeführt werden? Diese und andere kritische Fragen sollen im Vortrag diskutiert werden.

Video: Grenzenlos Solidarisch? Der Begriff der Solidarität in der radikalen Linken. Von Carla Scheytt

Der Vortrag widmet sich der Frage, wie Aktivist*innen in den sozialen Bewegungen der radikalen Linken Solidarität verstehen und welchen Einfluss diese Vorstellungen auf das aktivistische Tun haben. Dabei wird aufgezeigt, dass der Verweis auf Solidarität innerhalb der radikalen Linken sowohl eine exkludierende als auch inkludierende Funktion besitzt und somit stets Grenzziehungen mit dem Verweis auf Solidarität einhergehen.


„[…] so das ist irgendwie diese Utopie irgendwie ne? //mhm// so hey Grenzen sind eigentlich bescheuert so, warum können wir nicht einfach alle zusammen cool sein? […]“

Zitat Interview Antifaschistin

Solidarität ist in der (radikalen) Linken ein immer wieder benutzter Kampfbegriff (vgl. Bayertz, 1998). Auf Demonstrationen, Flugblättern und Reden wird Solidarität gefordert und fehlende Solidarität bemängelt. Dabei bleibt das konkrete Verständnis von Solidarität aber häufig unklar. Deshalb widme ich mich in meiner Masterarbeit der Forschungsfrage, wie Aktivist*innen in den sozialen Bewegungen der radikalen Linken Solidarität verstehen und welchen Einfluss diese Vorstellungen auf das aktivistische Tun haben. Für die Masterarbeit wurden qualitative leitfadengestützte Interviews mit Aktivist*innen aus dem radikalen linken Spektrum geführt (vgl. Helfferich, 2011), welche angelehnt an das kodierende Verfahren der Grounded Theory ausgewertet wurden (vgl. Strauss/Corbin, 1996). Im Rahmen eines Vortrags sollen vorläufige Ergebnisse der Forschungsarbeit vorgestellt und diskutiert werden.

Die soziale Bewegungsforschung geht davon aus, dass Solidarität ein konstitutiver Bestandteil von sozialen Bewegungen ist (vgl. della Porta/Diani, 1999). Das Vorhandensein von Solidarität wird dabei auch als ein Bestandteil zum Entstehen sogenannter kollektiver Identitäten gesehen. Als kollektive Identitäten werden geteilte Wahrnehmungen, Konzepte, Überzeugungen und Gefühle von Aktivist*innen angesehen. Durch kollektive Identitäten entsteht das Wir einer sozialen Bewegung und wird gleichzeitig von den Anderen getrennt (vgl. Rucht, 1995; Johnston, 2014; Flesher-Fominaya, 2010). Der Bildung von kollektiven Identitäten ist somit inhärent, dass es eine Grenzziehung zwischen den Aktivist*innen einer sozialen Bewegung einerseits, im Gegensatz zur restlichen Gesellschaft andererseits gibt. Die Auswertung der Interviews zeigt, dass der Verweis auf Solidarität bei dieser Grenzziehung für die Aktivist*innen bedeutsam ist. Es entsteht ein paradoxes Verständnis von Solidarität, indem Solidarität gleichzeitig eine inkludierende als auch eine exkludierende Funktion erhält:

Einerseits skizzieren die Aktivist*innen die Vorstellung einer utopischen „solidarischen Gesellschaft“, in der es keine Kategorisierungen und keine Grenzziehungen mehr zwischen Menschen geben soll. Es werden beispielsweise Wünsche nach einer Aufhebung von Nationalitäten oder von Geschlechtern angesprochen. Als Vorbild für eine solche Gesellschaft dient dabei häufig das Erleben in ihrer eigenen politischen Gruppe bzw. sozialen Bewegung, in denen sie Zusammenhalt spüren und gegenseitige Verbundenheit fühlen. Zugleich realisieren sie in ihren Gruppen ihre gemeinsame Utopie einer solidarischen Gesellschaft. Dies hat eine starke inkludierende Funktion: Die Vorstellung eines solidarischen Miteinanders prägt einen starken Gruppenzusammenhalt und eine hohe Identifikation mit der radikalen Linken, die als Wir verstanden wird. Andererseits ziehen die Aktivist*innen auch immer wieder Grenzen zu anderen Akteur*innen innerhalb ihrer sozialen Bewegung, bei der das fehlende „solidarische Handeln“ der Anderen als Rahmung dient. Es wird berichtet, wie einzelne Akteure aus den Gruppen bzw. Zusammenhängen ausgeschlossen werden, weil sie sich „unsolidarisch“ verhalten. Dies bezieht sich meist auf einen Bruch der Konventionen, die als „solidarisch“ verstanden werden (spontane Hilfe, Vertrauen, gegenseitige Anerkennung, Stillschweigen gegenüber Polizei und Sicherheitsbehörden, usw.).

In dem Vortrag soll dieses Spannungsverhältnis des Verständnisses von Solidarität das zentrale Thema sein. Die Inklusions- und Exklusionsprozesse und somit auch die Grenzziehungen werden anhand des erhobenen empirischen Materials dabei näher ausgeleuchtet.

Literatur

  • Bayertz, K. (1998). Begriff und Problem der Solidarität. In K. Bayertz, Hg., Solidarität: Begriff und Problem. Frankfurt: Suhrkamp., S. 11-53.
  • Della Porta, D. und Diani, M. (1999). Social movements: An introduction. Oxford: Blackwell.
  • Flesher Fominaya, C. (2010). Collective Identity in Social Movements: Central Concepts and Debates. Sociology Compass, 4(6), S. 393–404.
  • Helfferich, C. (2011). Die Qualität qualitativer Daten: Manual für die Durchführung qualitativer Interviews. 4. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Johnston, H. (2014). What is a Social Movement? Cambridge: Politiy Press.
  • Rucht, D. (1995). Kollektive Identität: Konzeptionelle Überlegungen zu einem Desiderat der Bewegungsforschung. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, 1, S. 9-23.
  • Strauss, A., und Corbin, J. (1996). Grounded theory: Grundlagen qualitativer Sozialforschung. Weinheim: Beltz.

Video: Diltheys Begründung der Geisteswissenschaften auf einer Philosophie des Lebens. Von Emre Ünal

Betrachtungen zum Lebensbegriff, seiner Aktualität und Potentialität für eine interdisziplinäre Wissenschaft.


Matthias Jung schreibt in seiner Neuauflage (2014) zur Dilthey–Einführung, dass es „an der Zeit wäre, Dilthey aus den Schubladen herauszuholen, in die er in den ersten zwei Dritteln des zwanzigsten Jahrhunderts hineingesteckt wurde, [um] sich mit ihm kritisch, das heißt auf Augenhöhe der für uns aktuellen Fragestellungen auseinanderzusetzen, weil dies eine lohnenswerte Arbeit darstellen würde.“ Der Vortrag soll im Hinblick auf das Kongressthema ausgehend von Dilthey einen systematischen Blick auf den Lebensbegriff werfen, sowie den philosophischen Hintergrund thematisieren, welcher für die methodologische und erkenntnistheoretische Begründung der Geisteswissenschaften und ihrer gleichzeitigen Emanzipation zu den Naturwissenschaften entschieden wichtig war. Bezogen auf den Kongresstitel „Grenzenlos Leben?! Interdisziplinär denken“, soll der Fokus des Vortrags auf dem Lebensbegriff liegen, verbunden mit der Frage nach den Potentialen für eine interdisziplinäre Wissenschaft.

Dabei soll geschaut werden, inwiefern eine bestimmte (Denk–) Haltung für eine Verständigung innerhalb der Wissenschaften notwendig ist und wie damit auch disziplinäre Grenzen abgebaut, aber auch der eigene Horizont nicht nur erweitert, sondern auch bereichert werden kann. Der Blick auf das Leben soll von der Philosophie des Lebens her erfolgen, worin Dilthey einen wissenschaftlich–systematischen Lebensbegriff konzipiert, der in seiner bestimmt unbestimmten Definition eine große Weite des Denkens anbietet, die grenzenlos scheint und daher einiges ermöglicht. Der Begriff des Lebens bei Dilthey verbindet, verknüpft und bringt viele verschiedene Dinge zusammen, statt sich an Grenzen abzuarbeiten, die nicht per se da sein müssen, weil das Leben sich eigentlich nicht zerstückeln lässt. Die Möglichkeiten seines Lebensbegriffs, sowie sein Verständnis von der Geisteswissenschaft sollen von einer gegenwartsbezogenen wissenschaftlichen Praxis her verstanden werden, in der Interdisziplinarität an den Universitäten eine Forderung darstellt, die mittlerweile in keinem Projektantrag mehr fehlen darf. Was aber damit gemeint wird, wie wir dahin kommen und auch wie Interdisziplinarität gedacht wird, sowie welche Rolle überhaupt der Forscher oder die Forscherin dabei einnehmen, sollen zentrale Gegenstände der Betrachtung sein. Ein zentraler Gedanke bei Dilthey ist, dass das Denken nicht hinter das Leben gehen kann. Für eine interdisziplinäre Praxis ist daher eine Verständigung auf die Wissenschaft im Allgemeinen wichtig, die nicht im luft–leeren Raum stattfindet, sondern sich mit konkreten Inhalten des Lebens beschäftigt. Was aber kann eine Einzelwissenschaft allein leisten? Warum ist Interdisziplinarität sinnvoll und erstrebenswert, was erreichen wir damit und wie hängt das mit dem Leben zusammen? Welche Bereitschaft müssen wir zeigen, um diesen Anspruch nicht nur zu stellen, sondern auch gerecht zu werden? Wie lässt sich insgesamt voneinander lernen und ein gemeinsam geteilter Sinn für ein gemeinschaftliches Arbeiten entwickeln? Welche Rolle spielt dabei die Freiheit und wie hängt das Ganze eigentlich mit Bewusstsein und Denken zusammen?

Literatur

  • Albert, Karl (1995): Lebensphilosophie – Von den Anfängen bei Nietzsche bis zu ihrer Kritik bei Lukács, Karl Albert, Freiburg (Breisgau); München: Alber, Kolleg Philosophie, 1995.
  • Bollnow, Otto Friedrich (1967): Dilthey – Eine Einführung in seine Philosophie, 3. Auflage, W. Kohlkammer Verlag, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz.
  • Dilthey, Wilhelm (1958): Gesammelte Schriften – Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften, VII. Band, 2. unveränderte Aufl., B.G. Teubner Verlagsgesellschaft, Stuttgart (S. 130-152; 205- 220).
  • Dilthey, Wilhelm (2008): Das Wesen der Philosophie – Neugesetzte Ausgabe für Matrix Verlag GmbH, Wiesbaden 2008, nach der Ausgabe Leipzig, 1924.
  • Elm.R., Köchy K., Meyer M. (Hg.) (1999): Hermeneutik des Lebens – Potenziale des Lebensbegriffs in der Krise der Moderne, Alber-Reihe Philosophie, Freiburg (Breisgau); München: Alber, 1999, (S.100-117).
  • Fellmann, Ferdinand (1993): Lebensphilosophie – Elemente einer Theorie der Selbsterfahrung, Originalsaugabe, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, März 1993, (S. 108-124).
  • Jung, Matthias (2014): Wilhelm Dilthey zur Einführung, 2. vollständig überarbeitete Auflage 2014, Junius Verlag GmbH, 1996.
  • Krüger, Annika (2007): Verstehen als Geschehen – Wissenschaftliche Zuständigkeitsbegrenzung und hermeneutische Erkenntnisweise – Wilhelm Diltheys und Hans-Georg Gadamers Versuch einer geisteswissenschaftlichen Emanzipation, 1. Auflage, Wehrhahn Verlag, Hannover-Laatzen, 2007.
  • Lessing, Hans-Ulrich (2011): Wilhelm Dilthey – Eine Einführung/UTB- Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln, Weimar, Wien, 2011.
  • Müller, Ernst/ Schmieder, Falko (2016): Begriffsgeschichte und historische Semantik – Ein Kompendium, 1. Auflage, Suhrkamp Verlag, Berlin, 2016.
  • Rodi, Frithjof (2016): Diltheys Philosophie des Lebenszusammenhangs, Originalausgabe, Verlag Karl Alber, Freiburg/München, 2016.
  • Rodi, Frithjof (2003): Das strukturierte Ganze – Studien zum Werk von Wilhelm Dilthey, 1. Auflage, Vellbrück Wissenschaft, Weilerswist, 2003.
  • Straub, Jürgen (1999): Verstehen, Kritik, Anerkennung – Das Eigene und das Fremde in der Erkenntnisbildung interpretativer Wissenschaften, Essener Kulturwissenschaftliche Vorträge, Band 4, Wallstein Verlag, 1999.
  • Straub, Jürgen (1999): Handlung, Interpretation, Kritik – Grundzüge einer textwissenschaftlichen Handlungs- und Kulturpsychologie/Berlin; New York: de Gruyter, 1999.
  • Straub, Jürgen (2011): Interdisziplinarität Positionen und Perspektiven in der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum – Diskussionspapier aus der Fakultät für Sozialwissenschaft 11-1, Ruhr-Universität Bochum, 2011.

Video: Aktualisierung der Kategorie ‚Geistige Behinderung‘ im Feld der Leichten Sprache. Von Annelen Fritz

Im Vortrag wird „geistige Behinderung“ als sozial hergestellte Kategorie in den Blick genommen. Das Feld der „Leichten Sprache“ – ein Konzept barrierefreier Kommunikation – wird hierfür als Untersuchungsort gewählt. Die konkreten sprachlichen und performativen Praktiken der Herstellung von Leichter Sprache werden in den Blick genommen, um ausgehend davon auf abstraktere „Bilder“ geistiger Behinderung zu schließen, welche diesen Praktiken zugrunde liegen und auf welche im Feld zurückgegriffen wird.


„Leichte Sprache“ ist ein Konzept zur Vereinfachung von Sprache, das intendiert, barrierefreie Kommunikation zu ermöglichen. Hierzu wird ein Regelkatalog verwendet, der die Übersetzungsregeln von Standard- in Leichte Sprache festlegt.

Seine Ursprünge hat das Konzept der Leichten Sprache innerhalb der Selbstvertreter*innenbewegung von „Menschen mit Lernschwierigkeiten“, die gemeinhin als Menschen mit „geistiger Behinderung“ etikettiert und auch als deren primäre Anspruchsgruppe benannt werden.

Der alltagsweltlich verwendete Begriff der „geistigen Behinderung“ ist sehr unscharf, hat aber radikale Konsequenzen für die so bezeichneten Subjekte. Klassifikationen zur Diagnose variieren über Zeit und nationale Grenzen, sorgen aber recht zuverlässig für die Zuweisung der so Diagnostizierten in ein „Sondersystem“.

In meiner Arbeit, die im Rahmen meiner Masterarbeit an der Uni Heidelberg entsteht, schließe ich mich der Perspektive der interdisziplinär angelegten Disability Studies an, wonach es sich bei „Behinderung“ um eine sozial konstruierte Kategorie, ein Ergebnis sozialer und kultureller Ausschließungs-, Grenzziehungs- und Unterdrückungsmechanismen und eben nicht Ausdruck medizinischer Pathologie handelt (vgl. Waldschmidt 2005). Innerhalb den Disability Studies lässt sich ein Fokus auf die Herstellung von Behinderung in Bezug auf körperliche Normabweichungen feststellen, in meiner Masterarbeit möchte ich mich jedoch dem Phänomen der Herstellung von „geistiger Behinderung“ nähern.

Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, welches „Bild“, welche latenten Vorstellungen im Feld der Leichten Sprache über die Zielgruppe der Menschen mit „geistiger Behinderung“ (re–)produziert werden, um Leichte Sprache für die Anspruchsgruppe machen zu können – einer Zielgruppe, die sich durch eine Kategorie manifestiert, die so unscharf ist, dass sie theoretisch nur wenig Orientierungswissen bieten kann. Welche Fähigkeitsgrenzen und Einschränkungen, welche Bedarfe und Interessen werden von den Übersetzenden implizit mitgedacht, wenn überlegt wird, welche Texte wie übersetzt werden sollen? Welche Merkmale werden für die Zuschreibung „geistig behindert“ relevant gemacht? Wie und wo werden die Grenzen dieser Kategorie gezogen? Um mich diesen Fragen anzunähern, möchte ich konkrete Praktiken der Herstellung von Leichter Sprache in den Blick nehmen und beschreiben, um ausgehend davon auf abstraktere „Bilder“ von Behinderung zu schließen, welche diesen Praktiken zugrunde liegen.

Mit praxistheoretischer Brille also soll der Fokus auf die Herstellung, Aufrechterhaltung, Irrelevantmachung und Ausfüllung der diffusen Kategorie „geistige Behinderung“ durch sprachliche und performative Praktiken gelegt werden. Dieser Vorgehensweise liegt die Annahme zugrunde, dass Praktiken implizites Wissen zugrunde liegt. Dieses implizite Wissen möchte ich explizit machen, um an ein tieferliegendes „Bild“ von geistiger Behinderung zu gelangen, auf welches im Feld der Leichten Sprache zurückgegriffen wird.

Video: Die Auswirkung von flexiblen Arbeitszeiten auf die Aufteilung der unbezahlten Arbeit in Paarbeziehungen. Von Tabea Naujoks.

Eine längsschnittliche Betrachtung der Aufteilung der unbezahlten Arbeit in Paaren vor und nach einem Wechsel von festen zu flexiblen Arbeitszeiten mittels der Daten des sozio-ökonomischen Panels (SOEP).


Flexible Arbeitsarrangements werden immer wieder als eine Möglichkeit zur Verbesserung der Vereinbarung von Beruf und Familie angeführt. Insbesondere flexible Arbeitszeiten können Paaren die Möglichkeit bieten die Aufteilung der unbezahlten Arbeit (wie Putzen, Einkaufen, Betreuung des Kindes, etc.) egalitärer zu organisieren: Angestellte können beispielsweise früher von der Arbeit gehen, um ihr Kind aus dem Kindergarten abzuholen.

Ebendiese neu gewonnene Freiheit durch zeitliche Flexibilität gibt Angestellten zwar die Möglichkeit Arbeit und Familie besser miteinander zu vereinen, lässt aber gleichzeitig auch die Grenzen zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit stärker verschwimmen. Darüberhinaus können neue Arten der Ungleichheit entstehen: Wer hat Zugang zu flexiblen Arbeitszeiten? Wie werden die flexiblen Arbeitszeiten verwendet und welche Auswirkungen haben diese auf der Paarebene? Obwohl das Thema „flexible Arbeitszeitarrangements“ großer Aufmerksamkeit von Seiten der Politik und Forschung erfährt, werden vor allem Effekt von flexiblen Arbeitszeiten auf die Leistungsfähigkeit der Angestellten, der Zufriedenheit oder den Gesundheitszustand der Angestellten betrachtet, jedoch wird das Thema Geschlecht weitestgehend unbeachtet gelassen. Wenn Geschlechterdifferenzen in der Nutzung und des Outputs von flexiblen Arbeitszeiten betrachtet werden, geschieht dies in der Regel auf der Individualebene und nicht auf einer Paarebene.

In meiner Präsentation möchte ich der Frage nachgehen, ob flexible Arbeitszeitarrangements zu einer geschlechtergerechteren Aufteilung der unbezahlten Arbeit in heterosexuellen Paaren in Deutschland führen. Da in Deutschland das Modell der männlichen Versorgerehe mit weiblicher Zuverdienerin weit verbreitet ist und sowohl Kinderbetreuung als auch Hausarbeit weitestgehend als weiblich konnotierte Arbeit angesehen wird, erwarte ich, dass vor allem Frauen die neu gewonnene Flexibilität nutzen, um die Sphären der Arbeit und Familie zu vereinen. Bei einem Wechsel der Partnerin von festen zu flexiblen Arbeitszeiten und gleichbleibenden Arbeitszeiten des Partners wird eine geschlechterungerechtere Aufteilung der unbezahlten Arbeit erwartet. Des Weiteren wird erwartet, dass Kinder den Effekt des Wechsels der Partnerin auf die Aufteilung der unbezahlten Arbeit verstärken. Wenn der Partner von festen zu flexiblen Arbeitszeiten wechselt und die Arbeitszeiten der Partnerin gleich bleiben, wird keine Änderung in der Aufteilung der unbezahlten Arbeit erwartet. Grund hierfür ist, dass der Mann als Hauptversorger seine neue Flexibilität in die Sphäre der Arbeit investiert und eben nicht in die Familie. Eine geeignete Datenbasis zur Analyse von Paaren im Längsschnitt bietet das sozio-ökonomische Panel. Mit Hilfe von Fixed Effects Regressionen wird der Effekt des Wechsels von festen zu flexiblen Arbeitszeiten auf die Aufteilung der unbezahlten Arbeit in Paaren analysiert.